Record minimalist MSV Duisburg: Top with a negative goal difference

Gewinnen Sie mit der Deutschen Fußball Route.

Die Fans des MSV Duisburg konnten 1994 den Sprung an die Tabellenspitze der Bundesliga feiern. (Archiv-Fotos: Horstmüller)
Die Fans des MSV Duisburg konnten 1994 den Sprung an die Tabellenspitze der Bundesliga feiern. (Archiv-Fotos: Horstmüller)

In der 2. Liga kämpft der MSV Duisburg diese Saison gegen den Abstieg, vor 25 Jahren stürmte der Traditionsclub aber unter äußerst kuriosen Begleitumständen ins Rampenlicht der Fußball-Bundesliga. Durch ein Tor von Peter Közle zum 1:0-Sieg gegen Werder Bremen übernahm der MSV am 18. Februar 1994 als erste und bis heute einzige Bundesliga-Mannschaft mit einer negativen Tordifferenz (29:30) für eine ganze Woche die Tabellenführung - und das am 22. Spieltag.

 Mit 1:0 wurde an jenem Freitagabend bei klirrender Kälte (minus sechs Grad) im damaligen Wedau-Stadion, das inzwischen zur Schauinsland-Reisen-Arena umgebaut wurde, Werder Bremen bezwungen – und die Tragweite dieses knappen Sieges war den Duisburgern damals noch nicht so bewusst. Denn erstmals in der Bundesliga-Geschichte stand ein Team mit negativem Torverhältnis (29:30) ganz oben in der Eliteliga. Das ist bis heute Rekord, zumal die Zebras kein „24-Stunden-Spitzenreiter“ waren. „In Duisburg wackelten die Straßenbahnen, die ganze Stadt war im Fußballfieber“, erinnerte sich Profi Joachim Hopp.

Weil der vorherige Tabellenführer Eintracht Frankfurt am darauffolgenden Samstag 0:1 in Karlsruhe verlor und der Zweite Bayer Leverkusen mit 1:2 gegen Hamburg unterlag, rangierte der MSV für eine satte Woche auf dem Liga-Thron und peppte das Selbstvertrauen einer ganzen Stadt gehörig auf. „Beim Sonntagsspaziergang sagte ich zu mir: Hier geht ein Tabellenführer“, erzählte der damalige MSV-Präsident Dieter Fischdick in jenen Tagen.

„Davon haben wir geträumt“, schwelgte sogar der sonst eher zurückhaltende Lienen in Jubelarien. Allerdings keineswegs wegen der perfekten Tabellensituation, sondern weil mit Bremen mal wieder ein Ausnahmeteam bezwungen wurde. „Wir haben eine der stärksten Mannschaften Deutschlands geschlagen, ein europäisches Spitzenteam“, meinte Lienen, dessen Erfolgstaktik auch gegen Meistercoach Otto Rehhagel griff. Konzentriert in der Abwehr, schalteten die Zebras rasant auf Angriff um und setzten Werder unter Druck. Die Bremer, denen in der 13. Minute ein Tor wegen angeblicher Abseitsstellung aberkannt wurde, traten mit großem Respekt auf.

Schließlich hatte der MSV schon das Hinspiel an der Weser mit 5:1 gewonnen. Bereits der 31. August 1993 war ein unvergesslicher Abend. Noch heute schwärmen die Fans, die dabei gewesen waren, von der Gala ihrer Konterkönige. “Wir haben eine Sternstunde erwischt, wie es sie im Fußballerleben nur ganz wenige gibt. Wir haben gespielt wie im Rausch“, sagte nach dem Abpfiff MSV-Stürmer Ferry Schmidt, der mit zwei Treffern maßgeblichen Anteil am Erfolg hatte. Bemerkenswert: zur Pause hatte es noch 0:0 gestanden, erst danach brachen die Zebras wie ein Orkan über Bremen herein.

15 Monate hatte Werder zuvor auf eigenem Platz nicht verloren und den MSV im vorherigen Aufeinandertreffen mit 5:1 gedemütigt. Jetzt war aber das Team von Trainer Ewald Lienen dran. Die Basis für den Erfolg legte die gute Duisburger Abwehr. Die Innenverteidiger Alfred Nijhuis (gegen Wynton Rufer) und Torsten Wohlert (gegen Bernd Hobsch) degradierten die Bremer Stürmer zu Statisten, „Pino“ Steininger schaltete mit Andreas Herzog den Werder-Regisseur aus.

Das 0:0 zur Pause war mehr als verdient, doch im zweiten Durchgang legten die Zebras einen Sahne-Angriff nach dem anderen hin. Über den schnellen Ferry Schmidt griffen die Meidericher Konter-Könige an und nahmen den Meister schlichtweg auseinander. Bereits in der 67. Minute – Oliver Westerbeek hatte nach Schmidts Doppelpack erhöht – führte Duisburg mit 3:0, der Anschlusstreffer durch Hobsch war nur ein Bremer Strohfeuer. Die Duisburger, bei denen Stürmer Peter Közle uneigennützig die Bälle weiterspielte, dominierten bis zum Abpfiff und hatten ordentlich Spaß. An diesem Abend klappte alles, sogar ein 30-Meter-Schuss von Stefan Böger schlug zum 5:1-Endstand im Winkel ein. In nur 21 Minuten hatte Werder-Keeper Oliver Reck fünf Einschläge in sein Gehäuse kassiert.

Im Rückspiel sah es indes lange so aus, als würden die Duisburger an ihren Nerven scheitern. Uwe Weidemann traf nur die Latte, Ivica Vastic und „Pino“ Steininger vergaben gleichwohl gute Einschussmöglichkeiten. Doch in der 75. Minute konnten die 21.000 MSV-Fans schließlich jubeln. Peter Közle verwandelte eine maßgeschneiderte Flanke von Stefan Böger mit einer Direktannahme zum 1:0-Endstand. Ganz Duisburg lag sich in den Armen.

Nach einer Woche war der Spaß vorbei. Die Duisburger traten beim Verfolger FC Bayern München antreten und wurden mit einer 0:4-Packung, die unter Trainer Franz Beckenbauer schon zur Pause perfekt war, sehr unsanft vom ersten Platz geworfen. Der MSV beendete die Saison auf dem 9. Rang und kehrte bis heute nie mehr an die Spitze zurück.

18. Februar 1994:

MSV Duisburg – Werder Bremen 1:0 (0:0)

MSV: Rollmann – Steininger, Wohlert, Schwartz, Hopp, Notthoff, Reinmayr, Böger, Weidemann (87. Nijhuis), Közle, Vastic (64. Azzouzi)

Werder: Reck – Wiedener, Bratseth (84. Schaaf), Beiersdorfer, Wolter (79. Bester), Basler, Bode, Elits, Votava, Herzog, Rufer

Tor: 1:0 Közle (75.)

Das Gewinnspiel der Deutschen Fußball Route

Gewinnen Sie mit der Deutschen Fußball-Route. Wir verlosen Tickets für besondere Fußball-Momente. Wenn Sie uns die richtige Antwort der Gewinnspielfrage fristgemäß zusenden, nehmen Sie diesmal an der Verlosung für zwei Eintrittskarten für ein noch zu bestimmendes Spiel der Fußball-Bundesliga in Nordrhein-Westfalen teil. Zudem werden unter allen Einsendern der Gewinnspiele bis einschließlich April 2019 zwei Karten für das DFB-Pokal-Finale 2019 in Berlin verlost. Es gelten die Bestimmungen der Veranstalter.

Die Gewinnspielfrage für März 2019:

Der MSV stürmte 1994 im ehemaligen Wedau-Stadion, das inzwischen zur Schauinsland-Reisen-Arena umgebaut wurde, an die Tabellenspitze. Im Wedau-Stadion wurden früher auch legendäre Szenen für den ARD-Krimi „Tatort“ gedreht. Wie war Schauspieler Götz George bekleidet, als er in der Rolle des TV-Kommissars Horst Schimanski nach einer Schlägerei im Anstoßkreis lag?

Tipp: Die Antwort finden Sie auf der Deutschen Fußball-Route direkt auf dem DFR-Schild an am Haupteingang der Schauinsland-Reisen-Arena in Duisburg.

Teilnahme am Gewinnspiel:

Senden Sie die Antwort unter Angabe Ihrer Daten (Name, Vorname, Alter, Wohnort, Kontakt) bis einschließlich 31. März 2019 (Einsendeschluss) mit dem nachfolgenden Formular.

Teilnahme ab 18 Jahre. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Es gelten die Bestimmungen der Veranstalter.

Teilnahmeformular

Mit freundlicher Unterstützung durch
KLXM Crossmedia
DFR NRW

Deutsche Fußball Route NRW - APP

Sie können diese Website auf Ihrem Homescreen ablegen und sie so noch einfacher und komortabler nutzen

Tappen Sie einfach auf Teilen und dann auf Homescreen ablegen”