MünsterPrinzipalmarkt

Die Altstadt mit Prinzipalmarkt, Lambertikirche, Rathaus und Dom ist ein lebendiges Zentrum, in dem historische Bauwerke aus acht Jahrhunderten mit dem pulsierenden Leben einer Großstadt zusammentreffen. Sie ist von einem Grüngürtel und einer Promenade umgeben. Hier kann man Reste der ehemaligen Befestigungsanlage sehen. Der Zwinger wurde 1536 errichtet. Der Buddenturm diente vor 1200 der Stadtbefestigung und wurde später zu einem Wasserturm umgebaut. Die Promenade wird von vielen Radfahrern, Fußgängern und Skatern benutzt.

Der Prinzipalmarkt im Stadtkern gilt als historische Meile und ist mit seinen Giebelhäusern einer der schönsten Flecken des Münsterlandes. Unbedingt sehenswert ist der Friedenssaal, der als ehemalige Rats- und Gerichtskammer im Rathaus seit dem Friedensschluss von 1648 diesen Namen trägt. Am 15. Mai 1648 wurde die formelle Unabhängigkeit der Niederländer von Spanien im Frieden von Münster als Teil des Westfälischen Friedens besiegelt und damit die offizielle Trennung vom mittelalterlichen Deutschen Reich vorgenommen. Dieses Datum gilt als Geburtstag der heutigen Niederlande, die jede Menge gute Fußballer hervorbrachten, aber 1974 im WM-Finale an Deutschland scheiterten.

Es ging beileibe nicht immer friedvoll zwischen Deutschen und Holländern zu. Die von Deutschen verübten Greueltaten im Zweiten Weltkrieg rissen eine tiefe Wunde in die Beziehung der Menschen dies- und jenseits der Grenze. „Deutsche sind kriegslüstern“, hieß es 1993 noch mehrheitlich, als junge Holländer zu Studienzwecken befragt wurden. Doch gerade der Fußball hatte einen großen Anteil daran, dass sich dieses Bild gewandelt hat. Als die Niederländer Mark van Bommel und Arjen Robben den FC Bayern um ihren Landsmann Louis van Gaal 2010 in die höchsten Sphären der Champions League schossen und Oranje-Ikone Ruud van Nistelrooy als Stürmer des Hamburger SV die Europa League eroberte, jubelten die Holländer mit. „Wir freuen uns mit Deutschland“ titelte das „Algemeen Dagblad“. Die Menschen im Nachbarland gelten als ebenso fußballverrückt wie die Deutschen und daher haben die Erfolge der niederländischen „Legionäre“ eine „enorme gesellschaftliche Auswirkung“, wie 2010 festgestellt wurde. „Deutsche und Niederländer leben wieder in Hamonie,. Niederländer wissen inzwischen die deutsche Gastfreundschaft zu schätzen“, meinte Ton Nijhuis, Direktor des Deutschland-Instituts der Universität Amsterdam. Der Professor für Deutschlandstudien hat mit seinen Studenten ermittelt, dass die Niederlände ihre Nachbarn nunmehr jetzt als „höflich, trendy und cool“ charakterisieren.

Der frühere Stürmer Youri Mulder, der in den 1990er-Jahren Publikumsliebling beim UEFA-Cup-Sieger Schalke 04 wurde und damit eine gute Tradition von Holländern auf Schalke fortsetzte, freut sich über das entflammte Liebesverhältnis. „Deutsche sind ein bisschen so wie wir geworden. Entspannter und fröhlicher, nicht mehr so starr und unflexibel“, sagte Mulder. Da passte es, dass in Bayern-Coach Louis van Gaal am 8. Mai 2010 erstmals ein niederländischer Trainer deutscher Meister wurde: 362 Jahre nach dem westfälischen Frieden in Münster.


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