Wolfgang Weber: Wembley, Münzwurf, Wadenbein

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Wolfgang Weber
Wolfgang Weber

Wolfgang Weber hat keine Lust darüber zu hadern, dass die nunmehr für den internationalen Fußball eingeführte Torlinien-Technologie nicht schon vor 52 Jahren auf dem Markt war. „Ich war immer schon ein Befürworter dieser Hilfsmittel, die auch in der Bundesliga eingeführt werden sollten, aber 1966 ist vorbei und ich kann damit leben, nur Vize-Weltmeister geworden zu sein“, sagt der ehemalige deutsche Nationalspieler. Er ist immer noch stolz, bei einem der dramatischsten Spiele der WM-Historie dabei gewesen zu sein und das legendäre „Wembley-Tor“ aus nächster Nähe gesehen zu haben. Durch diese Geschichte und noch viel mehr wurde Weber zu einer Legende, die auf der Deutschen Fußball Route Spuren hinterlassen hat.

Immerhin hatte Weber mit seinem Treffer am 30. Juli 1966 im WM-Finale in der 90. Minute zum 2:2-Ausgleich gegen England die Verlängerung erst ermöglicht. Nach dem „Wembley-Tor“ köpfte er den Ball über das Gehäuse und protestierte vergebens, als Schiedsrichter Gottfried Dienst auf 3:2 für England entschied. „Keiner kann behaupten, dass Deutschland gewonnen hätte, wenn dieser umstrittene Treffer nicht gegeben worden wäre. England war aufgrund des besseren Spiels ein würdiger Weltmeister“, sagte Weber mal viele Jahre nach der 2:4-Niederlage von Wembley der Nachrichten-Agentur dpa.

Verlieren müsse nach Meinung des 53-maligen Nationalspielers eben auch gelernt sein, zumal die Fußballer 1966 auch viel gewonnen haben. „Zu Zeiten des kalten Krieges haben wir durch unser tadelloses Auftreten die Bundesrepublik Deutschland gut präsentiert“, erinnert sich Weber. Schließlich zählten Deutsche damals nicht zu den beliebtesten Gästen in England. „Die Nachwehen des 2. Weltkriegs waren spürbar, wir haben uns aber selbst nach dem Wembley-Tor kaum beschwert und dafür von allen Seiten Respekt und Anerkennung erhalten“, erklärt Weber.

Auf der Position des Vorstoppers, auf der er zumeist auflief, bestritt Weber einige denkwürdige Partien. 1970 war er bei der WM in Mexiko, die für Deutschland mit dem dritten Platz endete, ebenso dabei, wie am 24. März 1965, als er im Trikot des 1. FC Köln im Europapokal der Landesmeister gegen den FC Liverpool 75 Minuten mit gebrochenem Wadenbein spielte. „Damals durfte noch nicht ausgewechselt werden und ich wollte sowieso weiterspielen. Als am nächsten Tag in der Klinik ein glatter Wadenbeinbruch diagnostiziert wurde, war das aber nicht mehr lustig“, erzählt Weber, der mit dieser Aktion ein Prototyp des Fußballkämpfers wurde.

Zu allem Überfluss endete das Viertelfinale nach Verlängerung 2:2 und wurde per Münzwurf entschieden. Beim ersten Versuch blieb die Münze senkrecht im matschigen Boden von Rotterdam stecken, nach dem zweiten Wurf jubelte Liverpool. „Es geht im Leben eben nicht immer gerecht zu“, glaubt Weber, der gesteht, dass ihm damals „jeder Schritt höllische Schmerzen bereitet hat. Immerhin wurde im Nachhinein das Auswechseln erlaubt und später auch das Elfmeterschießen eingeführt.“

Sein Herz schlägt unverändert für den 1. FC Köln, für den er alle seine 356 Bundesligaspiele (21 Tore) absolvierte und unter anderem 1964 deutscher Meister wurde.

Wolfgang Weber auf der Deutschen Fußball Route NRW

Wolfgang Weber hat an vielen Punkten, die heute herausragende Ausflugsziele der Deutschen Fußball-Route Nordrhein-Westfalen sind, Spuren hinterlassen. Insbesondere natürlich in Köln, rund um das RheinEnergieSTADION, das auf dem Gelände des Müngersdorfer Stadions, errichtet wurde. Hier trägt der 1. FC Köln seine Heimspiele aus.

Um die Triumphe der deutschen Nationalmannschaft drehen sich viele Ausstellungselemente im Deutschen Fußball-Museum in Dortmund. Als Mitglied der WM-Elf von 1966 und Protagonist beim „Wembley-Tor“ bleibt Wolfgang Weber unvergessen.


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 Die Gewinnspielfrage für Juni 2018:

1966 fand die WM in England statt, 40 Jahre später folgte das „Sommermärchen“ in Deutschland unter anderem mit dem Spielort Köln. Wie viele Spiele wurden während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im Kölner Stadion ausgetragen?

Auflösung: Diese Gewinnspielrunde ist inzwischen beendet. Die richtige Antwort lautete "Fünf Spiele".

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