Jupp Derwall: Als „Häuptling Silberlocke" zum EM-Triumph

Jupp Derwall war ein waschechter Junge aus der Aachener Region. (Archivfoto: Horstmüller)
Jupp Derwall war ein waschechter Junge aus der Aachener Region. (Archivfoto: Horstmüller)

An Jupp Derwall hatte es nicht gelegen, dass der Alemannia am 1. Mai 1953 der erste große Titel versagt blieb. Im Pokalfinale gegen Rot-Weiss Essen war es Derwall, der die Aachener nach 0:2-Rückstand durch seinen Anschlusstreffer wieder heranbrachte. Mehr war nicht drin – aber zumindest Derwall, ein waschechter Junge aus der Aachener Region, sorgte viele Jahre später unter seinem Spitznamen „Häuptling Silberlocke“ doch noch für Furore.

Nach achtjähriger Lehrzeit bei Helmut Schön wurde er 1978 Bundestrainer, natürlich mit offizieller Trainerlizenz. Er führte die DFB-Auswahl zur Europameisterschaft in Italien. Im Endspiel am 22. Juni 1980 gegen Belgien schoss Horst Hrubesch das DFB-Team zum Sieg. Nach seinem schnellen Führungstreffer konnte der Hamburger den Ausgleich der Belgier in der zweiten Halbzeit durch ein Kopfballtor in der 89. Minute wiedergutmachen.

Zwei Jahre nach diesem großen Erfolg konnte Trainer Jupp Derwall in Spanien Vize-Weltmeister werden. Legendär ist bis heute das Halbfinale von Sevilla zwischen Deutschland und Frankreich. In der Verlängerung führte Frankreich schon 3:1, als Karl-Heinz Rummenigge den Anschlusstreffer erzielte und Klaus Fischer mit einem Fallrückzieher in der 108. Minute zum 3:3 einmal mehr Fußballgeschichte schrieb. Erstmals in der WM-Geschichte musste ein Elfmeterschießen entscheiden. Toni Schumacher hielt zwei Elfer und Hrubesch schoss die deutsche Elf ins Endspiel. Trotz der guten deutschen Leistungen der Vergangenheit nahm Jupp Derwall seinen Hut, als die Nationalmannschaft in der Vorrunde der EM 1984 ausschied. Anschließend gewann er als Coach von Galatasary Istanbul zweimal die türkische Meisterschaft.

Vor seiner Trainerzeit hatte Derwall, von Rhenania Würselen kommend, zunächst vier Jahre von 1949 bis 1953 für die Alemannia gespielt, bevor er zu Fortuna Düsseldorf ging. Zweimal durfte er 1954 nach dem Gewinn des WM-Titels das Trikot der deutschen Nationalmannschaft tragen. Gegen England kassierte das DFB-Team in London ein 1:3, konnte jedoch zweieinhalb Wochen später gegen Portugal drei Treffer in Lissabon setzen und als Sieger heimfahren. Derwalls Einsatz galt stets als vorbildlich, intelligent trat er auf dem Rasen auf und fulminant waren seine Schüsse.

Eines seiner besten Spiele für Aachen absolvierte er im 53er Pokalendspiel, als er den Anschlusstreffer gegen Nationaltorwart Fritz Herkenrath erzielte, nachdem Rot-Weiss Essen zur Pause mit 1:0 geführt hatte. Franz „Penny“ Islacker und Helmut Rahn hatten RWE in Führung gebracht. Der fulminante 25-Meter Treffer von Derwall nur fünf Minuten nach dem Tor von „Boss“ Rahn setzte noch einmal alle Energien bei den Domstädtern frei.

Doch mehr als die Silberplakette des DFB, eine Bronzemedaille der Stadt Düsseldorf mit dem Bild von Jan Wellem und den symbolischen „Fairnesspreis des sportlich anständigen Verlierers“, wie die damalige Presse formulierte, konnten die Alemannen auf dem heimischen Bahnhof ihren Fans nicht präsentieren. Derwall und seine Mitstreiter kehrten in den Augen der Alemannia-Fans als „zweiter Sieger“ nach Hause zurück.

Hinweis: Das Gewinnspiel der Deutschen Fußball-Route, unter anderem mit einer Frage zu Diesem Text-Segment, ist beendet, die Gewinnerinnen/Gewinner werden ermittelt und zeitnah benachrichtigt.

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